Hüttenrunnde im Allgäu

Rundtour vom Edmund-Probst-Haus am Nebelhorn

Die Tour startet am Edmund-Probst-Haus, führt am ersten Tag hinunter ins Tal, erreicht am zweiten Tag das Prinz-Luitpold-Haus und führt am dritten Tag wieder zurück zum Edmund-Probst-Haus. Die bekannte Verbindung zwischen den beiden Hütten verläuft über das Bärgündletal, die Schönberghütte, das Laufbacher Eck und den Zeigersattel.

Tag 1 – Edmund-Probst-Haus zur Schwarzenberghütte

Strecke ca. 10,6 km         Gehzeit zur Planung       4–5 Std.

1. Vom Edmund-Probst-Haus auf die Koblat-Hochfläche

Du startest auf ungefähr 1.930 Metern am Edmund-Probst-Haus. Zunächst folgst du dem markierten Bergwanderweg in Richtung Koblat und Großer Daumen. Der Weg steigt zunächst leicht an und führt unterhalb der Wengenköpfe entlang.

Der Untergrund ist überwiegend ein alpiner Bergpfad mit steinigen Stellen. Du wanderst durch eine offene Hochgebirgslandschaft, in der kaum noch Bäume wachsen. Bei guter Sicht hast du einen weiten Blick über die umliegenden Gipfel.

Achte an den Wegkreuzungen darauf, auf dem Wanderweg Richtung Koblat zu bleiben. Der nahe Hindelanger Klettersteig ist eine eigenständige, deutlich anspruchsvollere Route und nicht mit dem normalen Wanderweg gleichzusetzen.

2. Vorbei an den Bergseen

Im weiteren Verlauf erreichst du die Seenlandschaft der Koblat-Hochfläche. Zu den markanten Punkten dieser Route gehören der Koblatsee, der Laufbichelsee und der Engeratsgrundsee.

Hier ist der Weg abwechslungsreich: Es geht über felsigen Boden, an Bergwiesen entlang und über kleinere Anstiege und Abstiege. Die Seen liegen in einer offenen alpinen Landschaft, die sich gut für eine kurze Rast eignet.

Bei Nebel kann die Orientierung schwieriger werden, weil sich Pfade und felsige Flächen optisch ähneln. Deshalb solltest du die GPX-Navigation regelmäßig kontrollieren.

3. Der Abstieg zur Schwarzenberghütte

Nach den höher gelegenen Seen folgt der längere Abstieg zur Schwarzenberghütte. Du verlierst dabei deutlich an Höhe und wechselst vom offenen alpinen Gelände in tiefere Bergwiesen und zunehmend bewachsene Hänge.

Der Weg wird im unteren Bereich steiler. Besonders bei Regen können Erde, Gras und Steine rutschig sein. Nimm dir Zeit für diesen Abschnitt, denn gerade bei längeren Abstiegen werden die Knie stark beansprucht.

Die Schwarzenberghütte liegt auf ungefähr 1.380 Metern. Sie ist ein sinnvoller Zwischenstopp für die Übernachtung vor dem nächsten Anstieg.

Mein Tipp für diesen Tag: Nutze die Bergseen für eine Pause, aber spare deine Kräfte für den Abstieg. Der Tag ist zwar nicht besonders lang, durch den Höhenverlust aber durchaus fordernd.

Tag 2 – Schwarzenberghütte zum Prinz-Luitpold-Haus

Strecke ca. 8,5 km           Gehzeit zur Planung       4–5 Std.

1. Hinunter ins Tal

Der Tag beginnt auf rund 1.380 Metern. Von der Schwarzenberghütte geht es zunächst auf Bergwegen weiter talwärts. Du kommst in tiefe gelegene Bereiche, in denen Wiesen, Bäche und bewachsene Hänge das Landschaftsbild prägen.

Der Abstieg ist nicht überall gleichmäßig. Teilweise verläuft der Weg über schmalere Pfade, die bei Nässe rutschig werden können. Gerade am Morgen ist deshalb Vorsicht geboten, wenn Tau oder feuchte Erde den Untergrund glatt machen.

2. Durch das Tal und zur Schönberghütte

Im Talbereich führt die Wanderung in Richtung Bärgündletal und Stierbach. Der Weg wechselt zwischen Talpfaden, Wiesenabschnitten und steinigeren Passagen entlang des Bachs.

Die Landschaft wirkt hier deutlich geschützter als oben auf der Hochfläche. Du wanderst zwischen steilen Berghängen und durch das Tal, bevor der nächste Anstieg beginnt.

Die Schönberghütte liegt im Bereich dieser Verbindung und ist ein möglicher Orientierungspunkt. Verwechsle sie nicht mit dem eigentlichen Tagesziel: Das Prinz-Luitpold-Haus liegt wesentlich höher.

3. Der lange Anstieg zum Prinz-Luitpold-Haus

Nach dem Talabschnitt beginnt der entscheidende Anstieg des Tages. Der Weg führt wieder bergauf über Wiesenhänge und alpine Bergpfade. Mit zunehmender Höhe wird das Gelände offener und die Aussicht auf die umliegenden Gipfel immer eindrucksvoller.

Hier ist eine gleichmäßige Geschwindigkeit wichtig. Gehe lieber langsam und stetig, anstatt am Anfang zu viel Kraft zu verbrauchen. Bei steileren Abschnitten helfen kurze Pausen, den Puls zu beruhigen.

Das Prinz-Luitpold-Haus liegt auf 1.846 Metern in der Nähe des Hochvogels. Die Hütte ist ein wichtiger Stützpunkt für weitere Bergtouren in der Region.

Mein Tipp für diesen Tag: Nimm ausreichend Wasser und einen Snack für den Anstieg mit. Nach dem anfänglichen Abstieg darfst du nicht unterschätzen, wie anstrengend die zweite Hälfte werden kann.

Tag 3 – Prinz-Luitpold-Haus zurück zum Edmund-Probst-Haus

Strecke ca. 10,6 km         Gehzeit zur Planung       5–7 Std.

1. Vom Prinz-Luitpold-Haus hinunter ins Bärgündletal

Du verlässt die Hütte zunächst auf dem Höhenweg in Richtung Edmund-Probst-Haus. Der Weg führt durch alpines Gelände mit Bergwiesen und steinigem Untergrund.

Anschließend geht es über einen teils dicht bewachsenen und steilen Pfad hinunter in Richtung Bärgündletal. Dieser Abschnitt kann bei Nässe unangenehm rutschig werden. Die Steilheit macht ihn zu einem der Abschnitte, auf denen du besonders konzentriert gehen solltest.

2. Über Talwege und wieder bergauf

Unten angekommen, führt die Verbindung über den Bereich des Stierbachs und der Schönberghütte auf die andere Seite des Tals.

Danach beginnt der erneute Anstieg in Richtung Laufbacher Eck. Du steigst über Bergwiesen und alpine Pfade auf, bis du wieder in hoch gelegenes Gelände gelangst.

Dieser Abschnitt ist körperlich anspruchsvoll, weil du nach dem Abstieg erneut viele Höhenmeter überwinden musst. Plane lieber mehrere kurze Trinkpausen ein als eine einzige lange Pause erst am Ende des Anstiegs.

3. Der Höhenweg unterhalb des Schnecks

Im oberen Teil erreichst du den Bereich des Laufbacher Eck und den Zeigersattel. Die Route bietet hier eine eindrucksvolle Aussicht auf die markanten Grasberge Schneck und Höfats sowie die umliegenden Gipfel der Allgäuer Alpen.

Der Weg ist stellenweise schmal und felsig. Einzelne Passagen sind mit Stahlseilen oder Tritthilfen gesichert. Diese Stellen sind nicht mit einem gewöhnlichen breiten Wanderweg vergleichbar. Du solltest schwindelfrei sein und dich bei jedem Schritt auf den Untergrund konzentrieren.

Bei Nässe, Gewittergefahr oder schlechter Sicht ist besondere Vorsicht erforderlich. Bei ungünstigen Bedingungen kann es sinnvoll sein, die Tour nicht fortzusetzen.

4. Über den Zeigersattel zurück zur Hütte

Nach dem anspruchsvollen Höhenweg wird der Weg im Bereich des Zeigersattels wieder zu einem besser ausgebauten Wanderweg. Von dort führt der letzte Abschnitt zurück zum Edmund-Probst-Haus.

Die letzten Kilometer können sich nach den vorherigen An- und Abstiegen länger anfühlen, als sie tatsächlich sind. Plane genügend Zeit ein, damit du nicht unter Zeitdruck gerätst.

Mein Tipp für diesen Tag: Beginne früh und rechne mit einer längeren Pause unterwegs. Der letzte Tag kombiniert einen steilen Abstieg, einen erneuten Anstieg und einen anspruchsvollen Höhenweg.

Schwierige Stellen auf einen Blick

Abschnitt                                                                           Worauf du achten solltest

Koblat-Hochfläche                                                         Orientierung bei Nebel, steiniger Untergrund

Abstieg zur Schwarzenberghütte                             Rutschige Pfade und Belastung der Knie

Anstieg zum Prinz-Luitpold-Haus                             Gleichmäßige Krafteinteilung

Abstieg ins Bärgündletal                                              Steile, bei Nässe rutschige Passagen

Laufbacher Eck und Zeigersattel                              Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und teils gesicherte Wegstellen

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