Rund ums Kaisertal

phoca thumb l DSCI0094

Hallo zusammen, heute würde ich euch gerne einmal, erzählen wie ich vor einiger Zeit zum Bergwandern gekommen bin. Ein Bekannter erzählt mir eines Tages von seien Vorhaben eine Hüttentour zu machen. Die Rede ist vom Zahmen und Wilden  Kaiser, von Vorderkaiserfelden und Stripsenjoch. Nach kurzer Überlegung sage ich: „Das wollte ich schon immer mal machen, ich bin dabei.“ So kommt  es das wir Ende September 2011, zu viert nach Kufstein bis  zum Parkplatz an der Sparchenstiege fahren und zu meiner ersten Hüttentour aufbrechen.

phoca thumb l DSCI0132Auf geht es, die Sparchenstiege und breite Fahrwege hinauf bis zur Vorderkaiserfeldenhütte (1388m), dem ersten Tagesziel. Mit zwei Stunden keine anstrengende Wanderung. Am Nachmittag sind wir dann noch zur Nauenspitze (1633m) hinauf. Mein erstes Gipfelziel, besonders beeindruckend auch aufgrund der guten Sicht ins Inntal, einfach fantastisch. Den restlichen Tag verbringen wir an der Hütte. Neun Stunden Autofahren und anschließend Wandern macht doch Müde. Um zehn Uhr ist Hüttenruhe. Wir schlafen in zwei Bettzimmern. Aber die Wände sind so dünn, dass man auch das Schnarchen aus den Nachbarzimmern hört. Morgens um sieben ist die Nacht dann zu Ende, das Wasser im Waschraum ist eiskalt, das Frühstück einfach und die 60 Cent für die Schnitte Brot sehr happig. Aber der Sonnenaufgang über dem Kaisertal macht alles wieder gut. Gegen neun starten wir dann Richtung Stripsenjoch. Über schmale  Bergwege, kleinere Geröllfelder geht es auf einem Höhenweg bei ständigem auf und ab durch dem Zahmen Kaiser. Zwischendurch zweigt links der Weg zur Pyramidenspitze, und rechts der Stieg nach Hinterbärenbad ab. An der Kaiserquelle können wir die Wasserflaschen füllen. Dann folgt der lange Sattel der Hochalm und der Feldalmsattel. Der Weg geht anschließend westlich um  den Stripsenkopf herum bis vor uns das Stripsenjoch Haus(1577m) auftaucht. Hier können wir erst essen und etwas trinken. Die steilen Wände des Totenkichel und der Fleischbank vor uns haben schon eine besondere Faszination. Lange überlegen wir, ob wir noch weiter auf die südliche Seite des Wildenkaisers zur Gaudeamushütte gehen wollen. Zeit ca. 4 Stunden, doch es ist schon zwei Uhr. Vielleicht zu viel für diesen Tag. Wir gehen noch ein Stück in den Eggerstieg und schauen noch zum Elmauertor hinauf. Dennoch beschließen wir am Stripsenjoch zu übernachten. Diese Nacht haben wir ein Vierbettzimmer im Nebenhaus. Das Abendessen ist fantastisch. Auch das Weizen am Abend schmeckt heute besonders gut. Am Tisch wird der nächste Tag geplant. Aber auch hier ist um zweiundzwanzig  Uhr Hüttenruhe. Fast wie in der Jugendherberge denke ich.

phoca thumb l DSCI0137Am nächsten Morgen scheint die Sonne durch das kleine Zimmerfenster und dann bin ich doch froh, dass wir nicht bis Mitternacht beim Weizen gesessen haben. Die Hüttenruhe ist doch garniert so schlecht. Schließlich haben wir heute doch noch einiges vor. Das Frühstück am Stripsenjoch ist auch um einiges besser. Der Kaffee gut, und draußen scheint die Sonne. Unsrer heutige Plan: Erst mal hinunter ins Kaisertal, vielleicht zurück nach Kufstein, oder? Mal schauen. Über viele Stufen geht’s hinab ins Kaisertal. Vorbei am H.-Berger-Haus (936m) zum Anton Karg Haus (829m). Hier stellt sich die Frage, wie weiter. Nach Kufstein oder über den Bettlerstieg zur Kindelhütte (1293m ). Es dauert ein bisschen und wir entscheiden uns für den Bettlerstieg. Erst geht es ein ganzes Stück durch den Wald und irgendwann kommt der Bettlerstieg, viele Stufen, eine Leiter, ein bisschen Drahtseil und nur nach oben. Zwischendurch dann eine Brotzeit, Würstchen, Brötchen, halt was man so im Rucksack hat. Immer wieder den Blick auf den Zahmen Kaiser, dem Tagewerk von gestern. Dann kommt plötzlich das Ende des Stieges. Vor uns ein breiter Weg bis zur Kindelhütte, an der wir unser Erstes Radler trinken. Vielleicht auch eine Übernachtungsmöglichkeit?  Der Hüttenwirt winkt ab. Schließlich haben wir das lange Wochenende mit dem dritten Oktober und super Wanderwetter. Na gut, wir schnallen unsere Rucksäcke auf und gehen weiter Richtung Bergstation Kaiserlift. Aber wäre das nicht unsportlich? Wir fahren nicht, sondern gehen weiter ins Tal. Auf unserm Weg liegt das Berghotel Hinterduxerhof. Es sitzen einige Gäste im Biergarten. Auch wir nutzen die Gelegenheit und überlegen, hier zu übernachten. Schließlich müssen wir auch noch irgendwo übernachten. Tatsächlich sind auch noch Zimmer frei. Und gut das wir nicht die Seilbahn genommen haben. Wir haben Doppelzimmer mit Dusche, fast ein bisschen Wellness nach 3 Tagen und sechzehn Kilometern Fußmarsch.

 

Am nächsten Morgen steht nur noch der Abstieg bis zum Parkplatz und die Fahrt ins Münsterland an. Die gesamte Runde hat eine Länge von 32 km und ca. 2200 Hm. Wir haben sie in 11Stunden reiner Gehzeit, plus Pausen bewältigt. Eins steht aber schon jetzt fest, das war nicht die letzte Hüttentour, die wir gemeinsam gemacht haben. Die Ruhe, das Panorama und vor allem kein Handygebimmel den ganzen Tag, einfach genial.  An einigen Stellen konnte man, so glauben wir, den Watzmann  sehen, vielleicht unserer nächstes Ziel. 

Mehr erfahren ›